Anatevka
Fiddler on the Roof
| Autoren: | Joseph Stein (Libretto) nach Erzählungen von Scholem-Alejchem Jerry Bock (Musik), Sheldon Harnick (Songtexte) |
| Entstehungsjahr: | 1964 |
| Story: | Jüdisches Lebens im Dorf Anatevka (Stetl in der zaristischen Ukraine) |
Handlung
In der Originalversion (Uraufführung 1964) trägt das Musical „Anatevka“ den Titel „Fiddler on the Roof“ und spielt damit auf Chagall an, bei dem der Fiedler auf dem Dach ein wiederkehrendes Symbol ostjüdischen Lebens ist.
Anatevka, ein Stetl kurz vor dem Ende des Zarenreiches. Schwere Zeiten für alle, vor allem für Juden, so auch für den Milchmann Tevje und dessen Familie. Doch den Gläubigen bietet ihre traditionelle Lebensform festen Halt in unruhiger Zeit. Was würde Tevje nicht alles tun, wenn er einmal reich wäre. Vor allem seine Töchter gut verheiraten.
Das Leben läuft für Tevje nicht wie geplant. Seine Töchter wollen sich ihre Männer selber aussuchen; und dazu noch einen armen Schneider, einen revolutionären Studenten und einen Nicht-Juden. Weil er aber letztendlich entgegen seiner eigenen Pläne der Heirat der ältesten Tochter mit dem Schneider zustimmt, will er seine Frau auch zur Einwilligung bewegen und simuliert dafür mit einer List einen Traum, der zweifellos zu einer der Höhepunkte im Stück avanciert.
Mit jiddischem Witz meistert Tevje sein Leben. Im Konflikt mit sich und den modernen Absichten seiner Töchter tritt er dabei immer wieder ins Gespräch mit Gott. Seine ansteckend heitere Art überlebt auch die größten Schwierigkeiten in seinem Leben.
Anatevka ist ein Stück Volkstheater wie es sein soll: Jüdischer Witz und Melancholie, Lachen und Weinen, begleitet von einer lebendigen und mitreißenden Musik, die keinen unberührt lässt.
Autoren
Jerry Bock (Musik)
Schon auf der High School komponierte Jerry Bock. An der University of Wisconsin, die er im Anschluß daran besuchte,
schrieb er die Musik zu den jährlichen Shows. Nach Beendigung seiner Studien komponierte Jerry Bock eine große Anzahl von Songs
und unzähliger Revuen, die ihm Sicherheit in den verschiedensten Stilrichtungen abverlangten. Sein Broadway-Debut beging der
Komponist 1955 mit der Revue Catch a Star. Kurz darauf erfolgte schon der Auftrag für das Musical
Mr. Wonderful.
Sheldon Harnick (Songtexte)
Der Textdichter Sheldon Harnick versuchte sich bereits zu Zeiten seines Militärdiensts ab 1943 im Schreiben guter Songs für verschiedene Shows. Zurück in Chicago, schloß sich Sheldon Harnick 1946 einer Tanzkapelle als Geiger an. 1952 entstanden als
erste Arbeit für New York die Texte zur Revue New Faces of 1952.
Bock – Harnick
Der Erfolg des Teams Bock-Harnick mit dem Musical The body Beautiful veranlaßte den Produzenten Harold Prince, die beiden Künstler mit Musik und Texten zu dem Musical Firello! zu betrauen, das 1959 herauskam und den Pulitzer-Preis erhielt. Vor ihrer Arbeit an Fiddler on the Roof (Der Fiedler auf dem Dach) schrieb das Team Musik und Texte für She Loves Me, ein Musical, das lange am Broadway lief. Nach Fiddler on the Roof entstand als nächste gemeinsame Arbeit das Musical The Apple Tree und danach ein Stück über den berühmten Lord Nelson mit dem Titel Trafalgar.
Joseph Stein (Libretto)
Der Fiedler auf dem Dach (Anatevka) ist eines von zahlreichen Werken, die Joseph Stein für den
Broadway schrieb. Der gebürtige New Yorker studierte nach dem Besuch der Monroe High School in Bronx am City College und an der
Columbia University's School for Social Work. Den Studien gemäß war er nach Beendigung der Ausbildung zunächst als Fürsorger auf
psychiatrischer Grundlage tätig.
Joseph Steins erste schriftstellerische Arbeiten entstanden für den Rundfunk. Die ersten Kontakte mit dem Theater ergaben sich für ihn als Autor von Revuen. Für den Broadway verfaßte Joseph Stein unter anderem die Libretti zu den Musicals Plain and Fancy, Juno (nach dem Schauspiel Juno und der Pfau von O'Casey) und vor allem zu dem Erfolgsmusical Mr. Wonderful, in dessen Titelrolle der bekannte Entertainer Sammy Davis jr. sein Broadway-Debut feierte. 1968 kam ein weiteres Erfolgsmusical heraus, zu dem Stein ebenfalls das Buch schrieb: Alexis Sorbas, nach dem der gleichnamige Film mit Antony Quinn in der Hauptrolle entstand.
Scholem Alejchem (Literaturvorlage)
2. März 1859 - 13. Mai 1916, Shalom Aleichem, bürgerlich Shalom Rabinovitz
Begründer der humoristischen Erzählung in jiddischer Sprache.
Werke:
Menachem Mendel (1892-1913)
Tewje, der milchiger - Tewje, der Milchmann (1894)
Motl pejssi dem chassans - Motl, der Kantorssohn (1920)
Der autobiografisch geprägte Roman Tewje, der Milchmann von Scholem Alejchem beschreibt die gesellschaftliche Existenz der osteuropäischen Juden im Schtetl, insbesondere im so genannten Ansiedlungsrayon des Russischen Reichs, ein Gebiet, das von Litauen bis zum Schwarzen Meer und von den östlichen polnischen Gebieten bis nach Charkow reichte. Entstehung: Zwei Jahre nach seinen ersten Texten zu Menachem-Mendl (1892-1913) begann Scholem Alejchem mit seinem Briefroman Tewje der Milchiger, den er 1894-1916 schrieb; die einzelnen Kapitel erschienen zunächst unabhängig voneinander in jiddischen Zeitungen. 1924 wurde die erste Buchausgabe auf Jiddisch in New York herausgegeben. Inhalt: Tewje, der Milchmann, beliefert in Bojberick reiche Sommergäste aus Jehupez mit Milch, Butter und Käse. Er ist mit dem täglichen Broterwerb beschäftigt und mit einem gottgefälligen Leben. Weil er in Not geratene wohlhabende Damen retten konnte, wird er reichlich mit Geld beschenkt, das ein betrügerischer Spekulant durchbringt. Außer dem Geld verliert er auch alle seine sieben Töchter. Hodel, die ihr irdisches Sein verbessern will, heiratet einen Revolutionär, mit dem sie letztendlich in die Verbannung geht. Zeitel wählt einen armen Schneider, Chawe heiratet einen Christen. Sprinze ist ohne Mann, aber schwanger, und nimmt sich das Leben. Bejlke macht eine gute Partie mit einem reichen Fabrikanten, der sich seines Schwiegervaters schämt und ihn mit viel Geld zu einer Reise auf Nimmerwiedersehen nach Palästina schickt. Das Gottesvertrauen Tewjes richtet ihn immer wieder auf, bietet ihm aber keinen Fingerzeig für eine Verbesserung der Situation. Aufbau: Der Briefroman ist in der Ich-Form geschrieben und in acht Kapitel unterteilt. Der Roman gipfelt im siebten Kapitel mit Tewjes Aufbruch ins Heilige Land, analog zu den sieben Wochentagen und dem Sabbath als Festtag. Die einzelnen Kapitel sind im Stil von Gleichnissen geschrieben. Jede Geschichte beginnt mit einer harmonischen Situation, die zerstört wird. Am Ende schaut der tief getroffene Held dennoch Gott vertrauend in die Zukunft. Am Ende des Romans steht ein achtes Kapitel, das die Vertreibung Tewjes aus seinem Dorf nach seiner Rückkehr beschreibt. Wirkung: Dank des Musicals Anatevka (UA 1964), das auf der Grundlage des Romans Tewje, der Milchmann entstand, gelangte Scholem Alejchem in den 1960er Jahren zu hoher Popularität. Wegen seiner sozialkritischen und satirischen Texte wurde er insbesondere in den 1920er und 1930er Jahren auch in der Sowjetunion wahrgenommen.
Lieder
|
|
Unterstütztes Projekt
Ein Vermächtnis zu wahren ist die Aufgabe des Birgit-und-Dietmar-Ziegler-AIDS-Fonds. Den Kampf gegen AIDS in Afrika fortzuführen. Personen mit AIDS verlieren nicht nur ihre Einkommensmöglichkeiten, sondern auch Halt und Unterstützung ihres sozialen Umfeldes. So kommen sie oft in erschreckendem Zustand ins Krankenhaus: Völlig vernachlässigt, dem Tode nahe, hoffnungslos elend. Viele sterben, kaum einer kann die Rechnung bezahlen. Der Umgang mit AIDS und den AIDS-Kranken treibt die gesamte Gesellschaft in den Konkurs.
Die Zieglers traten der gesellschaftlichen Todesspirale entgegen. Menschen mit AIDS werden wieder in das Sozialgefüge
integriert, sorgen wieder für ihr eigenes Auskommen.
Mehr Infos beim
Birgit-und-Dietmar-Ziegler-AIDS-Fond der
EmK-Weltmission.
Beteiligte
| Chor: | Bernhard, Marly, Karin, Annelie, Doris EG, Christina, Anja H, Stephanie, Ellie, Heiko B, Hannes, Silvio, Cordula, Benjamin S, Birte, Christian, Eddie, Heinz, Katharina, Laura D, Lisa, Maria, Oliver, Philipp D, Reinhold, Ronja, Thomas, Traudl |
| Band: | Alexander, Bernd, Gernot, Philip K, Stephan, Ute |
| Weitere: | Doris S, Eva, Hans, Heiko M, Margi, Susanne |
| Geschichte: | Wer war wann dabei |
quertöne – der Musical-Chor