Sklaverei

Überblick: Sklaverei in den USA

Die Sklaverei in den heutigen USA begann bereits weit vor der Unabhängigkeit, nämlich im frühen 17. Jahrhundert, kurz nach der Ankunft der ersten Siedler aus England. Die Generalversammlung (Parlament) der Kolonie Virginia bestätigte 1705 die Sklaverei ganz offiziell. Im Laufe des 19. Jahrhunderts nahmen die Spannungen zwischen Sklavereibefürwortern und -gegnern zu und mündeten im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-65). Die Nordstaaten (Sklavereigegner) siegten, und die Sklaverei wurde in den USA abgeschafft. Noch heute gibt es in den USA große Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß. Die Generalversammlung von Virgina sprach 2007 ihr tiefes Bedauern ("profound regret") über die Sklaverei aus.

Sklaverei und die methodistische Bewegung

John Wesley (1703-1791), der Gründer der methodistischen Bewegung, war strikt gegen die Sklaverei. Die Abschaffung der Sklaverei war ihm ein Herzensanliegen. Seinen letzten Brief vor seinem Tod schrieb er an William Wilberforce, ein Mitglied des englischen Unterhauses. Er bat ihn, seine Bemühungen fortzusetzen, die Sklaverei per Parlamentsbeschluss abzuschaffen. Zunächst wurde in England der Sklavenhandel verboten, später auch die Sklaverei selbst.

Der frühe Methodismus in den USA setzte sich auch ganz klar gegen die Sklaverei ein. In der ersten Kirchenordnung (Book of Discipline) von 1785 wurde jeder methodistische Sklavenhalter aufgefordert, seine Sklaven freizulassen. Jeder, der mit Sklaven handelte, sollte sofort aus der Kirche ausgeschlossen werden. 1800 veröffentlichte die Generalkonfererenz der Bischöflichen Methodistenkirche einen Hirtenbrief gegen die Sklaverei. Doch nach und nach entdeckten methodistische Plantagenbesitzer im Süden, dass Sklaven billiger sind als bezahlte Kräfte und ließen Sklaven auf ihren Feldern arbeiten. Begründet wurde das wirtschaftlich: Man sei ohne Sklaven nicht wettbewerbsfähig. Die Kluft zwischen Sklavereibefürwortern und -gegnern wuchs auch unter den Methodisten. So kam es schließlich 1844 zum Bruch (nicht nur wegen der Sklavenfrage): Die Methodist Episcopal Church (South), also die Bischöfliche Methodistenkirche (Süd) wurde gegründet. Erst 1939, 64 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei in den USA, vereinigten sich die beiden Bischöflichen Methodistenkirchen wieder.

Moderne Sklaverei

Die International Labour Organization (ILO; Internationale Arbeitsorganisation; Unterorganisation der Vereinten Nationen) beziffert die Menschen in Zwangsarbeit auf mindestens 12,3 Mio. weltweit. Die Evangelical Covenant Church gibt auf ihrer Website die weltweite Anzahl von Menschen, die heutzutage Sklaven in irgendeiner Form sind, mit 27 Mio. an. Sie arbeiten u. a. als Teppichknüpfer, Ziegeleiarbeiter und Sexsklavinnen. Der Menschenhandel über staatliche Grenzen hinweg beträgt ungefähr 700 000 pro Jahr, etwa die Hälfte davon Minderjährige.

Literatur

deutschsprachig

englischsprachig

Externe Web-Links

deutschsprachig

englischsprachig

Quertöne – ein Musical-Chor